Sind Yogis die besseren Menschen?

Das ist natürlich provokant und grober Unsinn!

Ich schaue auf die Yamas und Niyamas aus Patanjalis „Yoga Sutren“. Sie sind die ethische Leitlinien der Yogis, nach denen wir angehalten sind zu leben. Sie beschreiben die äußere und innere Disziplin eines Yogis. 
Die Gewaltlosigkeit – ahimsa – ist hier ein wesentliches Element. Gewaltlosigkeit nicht nur in Form von körperlicher Gewalt, sondern auch im Reden und gar im Denken.

Ich glaube, dass wir Yogis in der Einhaltung unserer ethischen Grundregeln kaum besser abschneiden, als Menschen anderer philosophischer und religiöser Strömungen.

Yoga macht keinen Menschen besser. Yoga bringt das hervor, was da ist. Ist in mir Trauer, so wird Yoga mir meine Trauer bewusst machen. Ist Zorn und Wut da, so bringt es den Zorn und die Wut an die Oberfläche.

Im Yoga lerne ich mich kennen. Yoga bringt mehr und mehr meines Bewusstseins an die Oberfläche. Bringt mich mir näher. Lässt mich „mein Selbst“ erkennen.
So kann ich lernen, mich so zu akzeptieren, wie ich bin. Mich anzunehmen. Damit kann ich arbeiten. Das ist der erste Schritt zu Frieden, der nur in mir selbst entstehen und wachsen kann.

Yoga macht den Menschen nicht besser. Aber Yoga kann leiten und zu Frieden führen. Auch hier ist der Weg das Ziel.