Alles in Butter oder was?

Über Ernährung lässt sich trefflich streiten. Vegetarier und Veganer bekommen sich schnell in die Haare. Sie vertreten oft dogmatische Positionen ohne jede Toleranz für die andere Meinung. Die Allesesser schauen erstaunt und machen sich kaum Gedanken.

Die Hetze des Alltags hat unser Ernährungsverhalten längst verändert. Eine schnelle unüberlegte Mahlzeit zwischendurch, vielleicht ein Schokoriegel aus dem Automat ersetzen oft das Mittagessen. Und abends fehlt die Energie, sich noch mit dem Einkauf und der Herstellung einer gesunden Mahlzeit zu beschäftigen. Pizzadienste springen ein oder die Mikrowelle spendiert ein Fertiggericht. Das reichhaltige Angebot der Fastfood Industrie lockt.

Schmunzelnd und mit Nachsicht muss ich an meine Kinder denken. Sie haben lange Zeit ein Fastfood Gericht einem gesunden selbstgekochten Essen vorgezogen.

Ich möchte hier nicht missionieren. Jeder Menschen muss für sich entscheiden und ist für sich verantwortlich. Ohne jede Bewertung. Ich selbst bin noch Allesesser. Essen ist für mich nicht nur reine Ernährung, sondern auch Genuss und Lebensqualität. Trotzdem, von der Ernährung ist nun mal Gesundheit stark abhängig und ich halte es für wichtig, hier zumindest ein paar meiner Grundgedanken zu teilen.

Die Verdauung von Fleisch beschäftigt den menschlichen Organismus verhältnismäßig lange, bindet wichtige Ressourcen und entzieht dem Körper dafür die notwendige Energie. Es macht sicherlich Sinn darüber nachzudenken, wie viele und wie häufige Fleischmahlzeiten gut für mich sind.

Ansonsten finde ich Ausgewogenheit und maßvolles Essen ist für mich der richtige Weg. Drei Mahlzeiten am Tag, mit maßvollen Portionen, sind sinnvoll. Ich versuche, dem Körper zwischen den Mahlzeiten genügend Zeit zu lassen, die Nahrung aufzunehmen. Da es ca. 20 Minuten dauert, bis sich beim Essen ein Sättigungsgefühl einstellt, versuche ich langsam zu essen. Auch versuche ich, möglichst nicht im Stehen oder nicht am Schreibtisch zu essen. Ein liebevoll gedeckter Tisch und bewusste Aufnahme von Nahrung ist Zeichen von Wertschätzung für mich selber.

Frisches Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte sind mittlerweile wichtige Bestandteile meiner Ernährung. Immer noch fällt es mir schwer, an einer Würstchenbude vorbei zu gehen. Aber im Laufe der Jahre bin ich recht sensibel geworden und muss den Genuss einer schmackhaften Bratwurst mit einem lange anhaltenden schlechten Gefühl im Magen büßen. Kaffeegenuss und den Alkoholkonsum habe ich stark eingeschränkt. So geht es mir einfach besser und ich lebe bewusster.

Natürlich spielen mittlerweile auch ethische Aspekte eine Rolle. Ich stelle mir schon die Fragen, wo kommt ein Lebensmittel her, wie und unter welchen Bedingungen wird es hergestellt, welche Ressourcen werden eingesetzt, wie natürlich ist es und was sind die Inhaltsstoffe?

Mir ist wichtig, dass Produkte wie zum Beispiel Kaffee oder Tee fair gehandelt werden. Mir ist wichtig, Produkte aus meiner Region zu kaufen. Ich frage, wo Fleisch und Fisch her kommen und wie Tiere für die Fleischproduktion gehalten werden. Ich mache es mir da nicht leicht, Konflikte sind vorprogrammiert und manche sind auch nicht wirklich auflösbar. Trotzdem, ich denke, zumindest genauer hinschauen ist ein erster Schritt.